Das Ende des Hoffens?

Liebe Leser, ich bitte euch diesen Artikel als Anlass zu nehmen, die eigene Gewohnheit, wie ihr mit harten Zeiten umgeht, zu überprüfen. Es kann sein, dass einige von Euch anderer Meinung sein werden. Wahrscheinlich sind das besonders jene, die ihren Seelenfrieden bisher durch das Hoffen über Wasser hielten. Ich bitte Euch alle in Ruhe bis zu Ende zu lesen. Ich lade hiermit dazu ein die kurzfristige und langfristige Wirkung von Hoffnung auf allen Ebenen zu reflektieren und zu untersuchen. Das Ergebnis könnte überraschen. Und nun wünsche ich viel Vergnügen mit


Hoffnung in der Kritik


4 Jahre ist es nun her, als ich in einer Runde innovativer Menschen, die an der Bildung einer besseren Zukunft interessiert waren, beim gemeinsamen Dinner saß. Es wurde über die Zukunft des Geldes gesprochen, über die mögliche Entwicklung von Healthcare und über globale Auswirkungen staatlicher Einflüsse auf Wirtschaft, Kunst und Kultur. Es war mir eine reine Freude mit diesen achtsamen und besonnen Menschen das Abendessen zu teilen. Wir waren 7 Personen, die bei netter Hintergrundmusik, in einer geschmackvoll eingerichteten Penthous-Wohnung des neuesten Luxusapartment-Towers Amsterdams mit grandiosem Blick über die Stadt, schließlich erkannten, wie schwierig es war auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, wenn es darum ging die Probleme dieser Welt zu lösen.



Dann passierte es. - Es fiel das Wort. Das Wort, das immer ausgesprochen wird, sobald eine Lage aussichtslos erscheint. Dieses eine Wort, mit dem die Menschen des ganzen Planeten, unabhängig von Kultur oder Religion, in eine Ohnmacht, in Passivität und zu guter Letzt in eine gottergebene Opferhaltung geraten. - "HOFFNUNG"


Die kleine Runde war sich, bis auf eine Person, einig, am Ende wäre die Hoffnung das Einzige, das einem Menschen noch bliebe. Hoffnung sei so etwas wie ein Rettungsring, der vor dem Ertrinken bewahren würde.

Die Frage, die ich mir unweigerlich stellte war, wie lange erhofft ein Ertrinkender den rettenden Ring, bevor ihm die Kräfte ausgehen? Wie viele ertranken lange bevor Rettung eintraf? Ein weiterer Gedankengang bescherte mir andere innere Bilder. Ich sah einen Ertrinkenden, der trotz Rettungsring auf offener See von den Wellen wild umher gepeitscht wurde. Rasch änderte ich das Bild zu einer ruhigen See. Denn ich kann zu viel Leid nicht ertragen. Doch selbst das ruhigste Wasser machte die Situation nicht viel besser. Der Rettungsring allein zögerte ein qualvolles Ende nur hinaus. Aber das ist ja der Sinn von Hoffnung. Zeit gewinnen, durchhalten, warten, hoffen eben! Bis Hilfe kommt... oder auch nicht. - Der Film in meinem Kopf ging gut aus. Ein Rettungsschwimmer traf ein. Die Figur in meinem Szenario wurde gerettet. Happy End! Juhuu... ich liebe Happy Ends.

Ein fahler Nachgeschmack blieb dennoch zurück. Etwas gefiel mir nicht an der Verherrlichung des Hoffens.


Die kleine Runde war sich also bis auf eine Person einig, - bis auf mich. Denn in mir läuteten alle Alarmglocken. Das Wort Hoffnung und der Gedanke daran, auf etwas hoffen zu müssen, löste in mir wohl sämtliche Ohnmachtsgefühle und Opfererfahrungen aus, die jemals irgendwo im Universum abgespeichert wurden.


Also, damit wir uns richtig verstehen liebe LeserInnen, - in absoluter Notlage, wenn gar nichts mehr geht, wenn man sich zum Beispiel nach einem Nickerchen plötzlich bis zu den Nasenlöchern in Sand eingegraben, bewegungsunfähig wiederfindet, und entsetzt feststellt, dass diese riesigen fleischfressenden Amazonasameisen bereits am Ohr knabbern, DANN rufe auch ich dringend zu hoffen auf! Aber möglichst intensiv und inständig bitte!


Aber ehrlich gesagt, wer ist schon in einer derart ausweglosen Situation? Glauben tun es viele in viel zu vielen Fällen. Und sie tun dann Dinge, die sie später bereuen. Dabei hätte man bei besonnenem Hinsehen beinahe immer einen Weg aus jeder Misere gefunden. So wie ich, bei meinem Panik auslösenden Ameisen-Szenario.


Hätte ich kühlen Kopfe bewahrt, hätte ich geistesgegenwärtig rasch bemerkt, dass ich immer noch genau dort flach am Strand lag, wo ich kurz zuvor eingenickt war. Ich hätte erkannt, das Kinder sich nur einen Scherz erlaubt und mich vorsichtig kichernd mit Sand bedeckt hatten. Ich hätte bemerkt, dass ich mich nicht bewegen konnte, weil mir die Arme gänzlich eingeschlafen waren, die ich selbst hinter dem Kopf platziert hatte, um den Sonnenhut davor zu bewahren vom Winde verweht zu werden. Und ich hätte bemerkt, dass die vermeintlichen Killer-Ameisen nur harmlose Verwandte waren, die vereinzelt in Augenhöhe umher grabbelten um nach Speiseresten zu suchten.

Wie gesagt, ich liebe Happy Ends. Besonders im echten Leben.



Und genau aus dem Grund musste ich beherzt einwenden: "Aber liebe Freunde, aus meiner Sicht ist es etwas anders.

Hoffnung bedeutet Selbstaufgabe. Nichts weiter.

Es bedeutet die Verantwortung für das eigene Leben, für das Gelingen von Projekten und für aktives Mit-Gestalten der gemeinsamen Zukunft vollkommen aus der Hand zu geben. Und zwar an eine ungekannte Größe. Gern hoffen viele auf die Gnade Gottes. Ein Mem, aus meiner bescheidenen Sicht, das Menschen wie Lämmer schön fromm und empfangsbereit hält.


Sobald ein Mensch vor einem schier unlösbaren Problem steht, und schließlich laut seufzend, „jetzt kann ich nur noch hoffen“, von sich gibt, hat er aufgegeben selbst an der Lösung zu arbeiten. Er gibt auf. Er glaubt nicht mehr an sich und seine eigene Kraft. Er lässt die Zügel los. Wechselt von aktiver Haltung zu Passivität. Häufig mit dem Beisatz „da kann man halt nichts machen“. Das erscheint mir so, als würde ein Autofahrer, der die Orientierung verloren hat, einfach das Lenkrad loslassen und seinen Mitfahrern sowie den übrigen Verkehrsteilnehmern mittels Selbstgespräch mitteilen, „ich weiß nicht mehr weiter, aber ich hoffe natürlich wir kommen trotzdem ans Ziel. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Wir lassen uns jetzt einfach von Gott leiten und hoffen das Beste. Wird schon gut gehen.“ – BÄHM!!!


Die Hoffnung stirbt zuletzt. Ja! - nachdem sie den Glauben an die eigene Schaffenskraft - das Selbstbewusstsein - vernichtet hat. Denn wer sich seiner Selbst bewusst ist, der muss nicht hoffen. Warum? Weil diese Menschen WISSEN was sie zu erwarten haben und was nicht. Weil diese Menschen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und eigenverantwortlich handeln. Und weil diese Menschen wissen, warum etwas gelungen oder misslungen ist. Sie hoffen nicht, sondern sehen bewusst auf Das Was Ist, ziehen ihre Schlüsse daraus und handeln danach. Es würde ihnen nicht einfallen zu hoffen. Sie tun. Es gibt immer eine Möglichkeit aktiv an den Rädern des Universums zu drehen. Viele wissen das nur nicht. Darum ist das Hoffen ihr letzter Anker. Das tut mir persönlich sehr leid. Denn es führt langfristig in eine Negativspirale. Ich habe mir früher oft den Kopf darüber zerbrochen, wie ich helfen könnte. Und das war auch meine Motivation dafür, warum ich Selbst- und Sozialkompetenzen zu unterrichten begann und es ist bis heute mein Grund, warum ich Holistic Spiritual Healing anwende."




ÜBERLEGE und FÜHLE was das Hoffen mit dir macht. Welche Gefühle löst der Begriff aus?


Spiele ein beliebiges Hoffen-Szenario bis zum Ende durch. Und überprüfe, ob Hoffnung dich ans Ziel bringt, oder ob doch eine beherzte Entscheidung und entsprechende Handlungen dafür verantwortlich zeichnen.


Eigene Entscheidungen und Handlungen


Meine bescheidenen Erfahrungen als Psychologische Beraterin und Energetik Coach seit 2007 haben gezeigt, dass ein Mensch, der SELBSTBEWUSSTSEIN entwickelt hat, nicht länger auf bessere Umstände hofft.

Er hat gelernt die Dinge SELBST in die Hand zu nehmen. Selbst wieder aufzustehen, wenn ein Versuch missglückte. Der selbstbewusste Mensch weist niemals die Verantwortung für das Entstehen einer Schwierigkeit von sich. Ihm ist dieses Resultat als Folge seiner vorangegangenen Entscheidungen und Handlungen voll bewusst.

Selbstbewusstsein führt zu Eigenverantwortlichkeit. Das wiederum führt zu friedlichem, gleichwertigem und konstruktivem Miteinander. Eine 100%ige Positivspirale entsteht.

Es war mir stets seine Freude die Meta-Programme dieser Fälle zu analysieren und am Ende dieses schöne Ergebnis zu sehen. Die Spirale nach oben - wir nennen es in unserer Branche 'Positivspirale'.


Anders verlief das Resultat bei der Meta-Analyse von Menschen, die auf Hoffnung setzten.

Welche Auswirkung auf die Psyche hat also das Hoffen im Vergleich?

Meine Beobachtungen haben deutlich gezeigt, der hoffende Mensch neigt dazu

  • sich als Opfer der Umstände zu sehen

  • die Verantwortung von sich zu weisen und anderen die Schuld zuzuschieben

  • Fallbezogen ein passives Verhalten zu entwickeln

  • an mangelndem Selbstwertgefühl zu leiden

  • darauf zu hoffen, das andere, oder eine übergeordnete unsichtbare Macht das Problem für sie lösen

  • ein fremdbestimmtes Leben zu führen

Hoffnung führt langfristig zu Frustration und Enttäuschung. Die Metaprogramme eines Menschen, der sich für den Weg des Hoffens entschieden hat, führt langfristig in eine Negativspirale. Nicht wenige greifen in der dadurch entstehenden Verzweiflung ab einem gewissen Zeitpunkt sogar zu Antidepressiva, anstatt den Pfad der Selbstbestimmtheit, der Eigenverantwortung und des Selbstbewusstseins einzuschlagen. ich muss zugeben, ein Selbstbestimmtes Leben zu führen ist nicht einfach. Aber es ist der einzige Weg, der langfristig nicht nur zu persönlicher Gesundheit, Glück und Erfolg führt, sondern auch positive Auswirkungen auf das gesamte Universum hat. Jeder Schritt wirkt sich deutlich auf das Große Ganze aus. Ob positiv oder negativ, dafür trägt jede selbst die Entscheidungsmacht und schließlich auch die Verantwortung. Bitte sei dir dessen Bewusst.



Liebe/r Leser/in, welche Strategie wählst du am häufigsten?

Die „es wird schon gut gehen“-Strategie, oder

die „ich spuck in die Hände und los geht’s“ - Strategie?


Vielleicht ist heute der richtige Zeitpunkt um genau darüber in Ruhe nachzusinnen.



Zurück nach Amsterdam

Ich war also nicht einer Meinung mit den anderen am Tisch. Mein Einwand, Hoffnung würde das Entwickeln von gesundem Selbstbewusstsein verhindern, und stattdessen in eine destruktive Opfermentalität führen, ließ die Gruppe für einige Augenblicke verstummen. Das war ein gutes Zeichen aus meiner Sicht. Jeder hielt inne, dachte kurz nach, fühlte in sich und ließ meine Aussage prüfend durch den eigenen Wahrnehmungsfilter laufen.


Kurz darauf unterbrach unsere gut gelaunte Gastgeberin die Stillen, indem sie freudvoll lächelnd das Dessert servierte. So verbrachten wir noch einen schönen geselligen Abend mit Gitarrenklängen, Tanz und einem atemberaubenden Blick über Amsterdam bei Nacht.





Nachsatz

Gesetze des Universum

Gedankenblasen


Wenn nichts mehr geht. Alles ausweglos erscheint.

Kann ein Mensch dann wirklich nur noch noch hoffen?


Oder kann der menschliche Geist eine bestimmte Klangwolke gezielt im Universum platzieren,

die als neue Ursache für eine neue Wirkung in perfekter Ordnung des Kosmos ein Problem transformiert?



Herzlichst

Barbara Ungerböck